Architektur
30 Standorte der Häuser zum Leben, 135 Klubs in ganz Wien und große bauliche Zukunftsprojekte im Rahmen der Häuserstrategie 2030+. Salopp formuliert: Unsere Gebäude sind weit mehr als Infrastruktur – sie sind Lebensmittelpunkt für Bewohner*innen, Arbeitsplatz für Mitarbeiter*innen und sozialer Treffpunkt im Grätzl.
Unsere Mission ist damit klar: Wo Menschen leben, gepflegt und betreut werden, arbeiten, sich begegnen und Gemeinschaft erleben, braucht es Räume, die funktionieren, die Sicherheit geben und Orientierung schaffen. Dazu kommen die rasante Entwicklung der technischen Möglichkeiten, gesellschaftliche Veränderungen, steigende Anforderungen an Pflege und Betreuung sowie ökologische Zielsetzungen, die nach durchdachten, nachhaltigen Lösungen verlangen. Unsere Immobilien unterliegen einem stetigen Wandel. Die Folgewirkungen daraus setzen wir baulich im Sinne aller Nutzer*innen wirtschaftlich und verantwortungsbewusst um.
Eine zentrale Rolle nimmt dabei die laufende Weiterentwicklung des Raumbuchs sowie der Bau- und Ausstattungsbeschreibung ein. Es definiert klar, welche räumlichen Strukturen und welche Infrastruktur wir für den bestmöglichen Betrieb brauchen, also wie wir aktuell und in Zukunft bauen und ausstatten – bei Neuerrichtungen ebenso wie bei Sanierungen im Bestand. Im vergangenen Jahr haben wir zudem den Einmeldeprozess für bauliche Anliegen der Pensionist*innenklubs etabliert und in ein laufendes Monitoring übergeführt. Damit schaffen wir Transparenz, klare Abläufe und eine strukturierte Priorisierung.
Wir verstehen Bau nicht als isolierte Disziplin, sondern als verbindendes Element der Häuser zum Leben. Jede Maßnahme entsteht im engen Austausch mit den Spezialist*innen der unterschiedlichsten Fachbereiche. Denn wer kennt den Bedarf besser als diejenigen, die tagtäglich in unseren Gebäuden arbeiten und leben? Zuverlässige Sicherheit, nachhaltige Beleuchtung, klare Orientierung, kurze Wege, ergonomische Arbeitsbereiche, robuste Materialien und effiziente Technik – all das trägt dazu bei, dass sich Bewohner*innen, Klubbesucher*innen und Mitarbeiter*innen gleichermaßen wohl und sicher fühlen können.
Gleichzeitig denken wir Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Instandhaltung, Modernisierung und vorausschauende Planung sind keine Gegensätze, sondern greifen ineinander. Ziel ist es, Substanz zu erhalten, Betriebssicherheit zu gewährleisten und Investitionen langfristig wirksam einzusetzen.
Groß gedacht
Zahlreiche Projekte bei laufendem Betrieb
Das Jahr 2025 war von mehreren Großprojekten geprägt, die uns intensiv gefordert haben. Unser Anspruch war stets, bauliche Maßnahmen so umzusetzen, dass der laufende Betrieb bestmöglich aufrechterhalten bleibt. Spektakulär und weithin sichtbar verlief der von unserem Bereich verantwortete Abbruch des Hauses Haidehof. Das in die Jahre gekommene Gebäude weicht einem modernen, zeitgemäßen Neubau, ergänzt durch einen geförderten Wohnbau.
Im Haus Wienerberg erfolgte die umfassende Projektvorbereitung für den geplanten Umbau, insbesondere im Bereich der Stationen, der Küche sowie organisatorischer Anpassungen. Wir haben die Planung und Ausschreibung gestartet, der Baubeginn ist im ersten Quartal 2026 vorgesehen.
Im Haus Wieden wurden die Grundlagen für einen Umbau im Bereich Küche und Organisation erarbeitet. Auch im Haus Leopoldau wurden die Weichen für einen größeren Umbau gestellt. Neben der erforderlichen Sanierung von Rohrleitungen wurde die Vorbereitung neuer Stationsstrukturen in den Fokus gestellt. Planung und Ausschreibung für die Generalunternehmerleistungen wurden eingeleitet, die Vergabe erfolgte im November 2025.
Bereits abgeschlossen ist der Bau zweier neuer Pflegestationen im Haus An der Türkenschanze sowie die Generalsanierung der Küche im Haus Föhrenhof. Diese wurde komplett entkernt und den aktuellen Anforderungen entsprechend neu errichtet und ausgestattet. Zusätzlich wurden sämtliche Lagerflächen und Müllräume erneuert und ein Liftschacht für die Essenstransporte hergestellt.
Sonnenstrom vom eigenen Dach
Effizienzsteigerung durch Energiemanagement und Eigenerzeugung
Auch im vergangenen Jahr haben wir wieder diverse Arbeiten auf den Dächern unserer Häuser durchgeführt. An mehreren Standorten wurden, wie im Jahr zuvor, Photovoltaikanlagen (PV) errichtet. Sie leisten mittels Förderung der Eigenstromerzeugung einen aktiven Beitrag zur Reduktion des externen Energiebezugs. Weitere PV-Anlagen sind bereits in Umsetzung beziehungsweise Planung.
Im Rahmen der durchgeführten Sanierungen haben wir die gesetzlich vorgeschriebenen Dachabsturzsicherungen für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten installiert beziehungsweise auf den neuesten Stand gebracht.
Für sieben Häuser haben wir Sanierungskonzepte und aktuelle Energieausweise erstellen lassen, um das Energiemanagement zu optimieren. Zudem haben wir Fernwärmeleistungsdaten mit dem Ziel analysiert, Anschlusswerte zu reduzieren und langfristig Kosten zu senken. Diese Schritte dienen zur kontinuierlichen Optimierung der Wirtschaftlichkeit.
Mobilität ist Lebensqualität
Moderne Aufzugsanlagen für unsere Bewohner*innen
Gerade in unseren Häusern sind die Bewohner*innen auf barrierefreie, sichere Mobilität angewiesen. Im vergangenen Jahr haben wir daher in drei weiteren Häusern die Aufzugsanlagen umfassend saniert. So gewährleisten wir einen sicheren, zuverlässigen und technisch zukunftsfitten Betrieb. Die Modernisierung ist bei uns nicht nur eine technische, sondern auch eine soziale Investition.
Gute Geister
Technische Hausbetreuung neu organisiert
Es sind viele kleine oder größere Handgriffe, die für einen reibungslosen Alltag in unseren Objekten sorgen. Für die einzelnen Mitarbeiter*innen in der Betreuung der Häuser ist es wichtig, für die täglich notwendigen Arbeiten klare Rahmenbedingungen zu haben. Und die haben wir im vergangenen Jahr nachgeschärft. Mit der ersten Phase der sogenannten Facility-Management-Light-Variante wurde ein bedeutender organisatorischer Schritt gesetzt.
Im Zuge dessen erfolgten Personalrekrutierung, Strukturdefinition und schließlich die Übergabe der Personalführung an die einzelnen Häuser. Technische Hausbetreuung und Hausarbeiter*innen wurden organisatorisch neu verankert, Verantwortlichkeiten festgelegt und Prozesse klar definiert.
Erfolgreiche Pilotprojekte in zwei Häusern bereiteten den Roll-out vor, ab 2026 starten weitere Häuser mit dem neuen Modell. Ziel ist eine optimierte technische Unterstützung direkt vor Ort – effizient, transparent und nah am Bedarf.
Sicher zu jeder Zeit
Neue Ausstattung für alle Fälle
Sicherheit bedeutet, für außergewöhnliche Situationen gerüstet zu sein. Daher haben wir auch im vergangenen Jahr mit Inkrafttreten einer neuen Richtlinie (TRVB 121 O 25) die Aktualisierung unserer Brandschutzpläne vorangetrieben, um den geltenden Standards zu entsprechen. Damit gewährleisten wir, dass Brandabschnitte, Fluchtwege und Sicherheitseinrichtungen einheitlich dokumentiert sind und im Ernstfall rasch und klar Orientierung bieten.
Darüber hinaus haben wir sämtliche Häuser mit einer Notfallausstattung ausgerüstet. Die Digitalisierung der Brandschutzschulungen mit Wirksamkeitskontrolle unterstreichen unseren Anspruch auf höchste Sicherheitsstandards. Unsere Brandschutzbeauftragten wurden als zertifizierte Fachkundige für Brandschutz und Rauchschutztüren geschult. Daher können entsprechende Überprüfungen mit Eigenpersonal erfolgen.
Zuverlässige Sicherheit
Mehrere tausend Kontrollen
Wir verfolgen höchste Sicherheitsstandards auf allen Ebenen. Sicherheit ist für uns eine dauerhafte Verpflichtung. Sie beginnt bei klaren Strukturen, zeigt sich in überprüften Anlagen und bewährt sich im Ernstfall. 2025 haben wir diesen Anspruch konsequent weiterverfolgt – technisch, organisatorisch und präventiv.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 5.800 medizintechnische Geräte auf Funktionalität und Sicherheit kontrolliert. Ein Schwerpunkt lag zudem auf der brandschutztechnischen Weiterentwicklung unserer Häuser. Bestehende Anlagen wurden überprüft, modernisiert und – wo erforderlich – erweitert. Für einen sicheren, störungsfreien Betrieb haben wir die Gebäudeleittechnik weiter optimiert. Durch digitale Steuerungssysteme können auffällige Betriebszustände frühzeitig erkannt, Energieverbräuche analysiert und technische Abweichungen rasch behoben werden.
Parallel dazu haben wir die Arbeitssicherheit in enger Abstimmung mit dem Bereich Pflege und interdisziplinäre Betreuung sowie Human Resources neu strukturiert. Durch definierte Standards und regelmäßige Prüfintervalle gewährleisten wir die Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen – transparent und nachvollziehbar. Die Brandschutzschulungen für Mitarbeiter*innen wurden digitalisiert und mit einer systematischen Wirksamkeitskontrolle versehen. So stellen wir sicher, dass Wissen nicht nur vermittelt, sondern auch nachhaltig verankert wird.