Christian Hennefeind und Simon Bluma

Mut, Freude und Kraft

Geschäftsführer Christian Hennefeind und Geschäftsführer-Stellvertreter Simon Bluma über Wirtschaftlichkeit, Effizienzsteigerung, digitale Möglichkeiten und den Spaß, der nicht zu kurz kommen darf.

Wirtschaftliche Notwendigkeiten, eine alternde Bevölkerung mit wachsendem Pflegebedarf, künstliche Intelligenz etc.: Die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Senior*innen-Wohnhäusern ändern sich derzeit rasch. Wie gehen Sie mit diesen Herausforderungen um? 

Christian Hennefeind: Ganz einfach: Offen, mit Mut und mit der uns eigenen Innovationsfreude und -kraft. Das Jahr 2025 haben wir uns auf die Schwerpunkte Wirtschaftlichkeit und Digitalisierung konzentriert und das Thema Grätzlöffnung stärker in den Fokus gerückt. Das betrifft alle Bereiche und spiegelt das wider, was wir in den vergangenen Jahren begonnen und zum Teil schon umgesetzt haben. Die mit dem Fonds Soziales Wien und der Stadt Wien entwickelte und bereits in der Realisierung befindliche Häuserstrategie 2030+ ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Veränderungsprozesses.

Christian Hennefeind, Geschäftsführer Häuser zum Leben und Simon Bluma, stellvertretender Geschäftsführer Häuser zum Leben
Christian Hennefeind, Simon Bluma
Geschäftsführer und Geschäftsführer-Stellvertreter
der Häuser zum Leben

Simon Bluma: Wir wissen schon seit Längerem, dass wir unsere Angebote dem höheren Bedarf nach Pflegeplätzen anpassen müssen. In den vergangenen zwei Jahren haben wir zahlreiche Umbauten dazu genutzt, kleinere, flexibel nutzbare Einheiten zu schaffen, um diesen Bedarf decken zu können. In unserem interdisziplinär zusammengesetzten Projektteam haben wir die entsprechenden Raumprogramme und die Realisierung von Um- und Neubauten vorbereitet.

Die größten Projekte sind die Neuerrichtung der Häuser Haidehof und Maria Jacobi. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Hennefeind: Wir liegen voll und ganz im Zeitplan. Das Haus Haidehof ist 2025 komplett rückgebaut worden. Der Bauträgerwettbewerb für den Neubau beider Häuser samt geförderten Wohnbauten ist abgeschlossen. Jetzt geht es auch hier in die konkrete Umsetzung.

Bluma: Beeindruckend ist, wie eng und gut unsere Mitarbeiter*innen aus den unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten. Noch nie in der Geschichte der Häuser zum Leben mussten wir unser Kernangebot, das Wohnen, in einem solchen Ausmaß wie heute inhaltlich anpassen. Das erfordert von allen Beteiligten volles Engagement.

Volles Engagement haben die Häuser zum Leben auch im vergangenen Jahr gezeigt, als ein privater Pflegehausbetreiber den Betrieb eingestellt hat …

Hennefeind: Das ist richtig. Wir sehen uns als Partner der Stadt Wien und als Dienstleister der Wiener Bevölkerung. An oberster Stelle steht dabei Verlässlichkeit. Und die beweisen wir immer wieder. Unter anderem bei der angesprochenen Schließung eines Kursana-Wohnhauses, wo wir spontan Plätze sowohl für betroffene Bewohner*innen als auch für Mitarbeiter*innen geschaffen haben.

Bluma: Wir haben schon in der Pandemie gezeigt, dass wir ein verlässlicher Partner für das soziale Leben in der Stadt sind. Wir stellen uns Herausforderungen und finden Lösungen für das Wohl unserer Bewohner*innen und Kund*innen. Das sehen wir als unser tägliches Geschäft und unsere tägliche Aufgabe.

Herausforderungen und Lösungen beschert auch die fortschreitende Digitalisierung. Was sind diesbezüglich Ihre Ziele und wie verfolgen Sie diese?

Hennefeind: Unser Ziel ist und bleibt immer, den Menschen in unseren Häusern ein gutes, behütetes und gleichzeitig selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Dazu sind wir da und das steht im Fokus. Digitalisierung – im richtigen Maß und sinnvoll eingesetzt – unterstützt uns dabei. Es geht darum, den technologischen Wandel gut zu planen und dann umzusetzen. Unser nächster Schritt ist, die Systemlandschaft zu vereinfachen, parallel laufende Systeme zu vernetzen und so Daten für alle zugänglich zu machen.

Bluma: Das ist ein zentraler Punkt, der uns insgesamt effizienter machen wird. Neuem stehen wir grundsätzlich offen und neugierig gegenüber. Wir probieren mit unseren Mitarbeiter*innen Technologien aus und entscheiden dann, welche Anwendungen wir weiterverfolgen. Digitalisierung und künstliche Intelligenz setzen wir dort ein, wo sie uns und damit unseren Kund*innen etwas bringen. Effizientere Abläufe geben uns mehr Zeit für die Bewohner*innen. Das bringt Mehrwert für alle – und macht unseren Betrieb wirtschaftlicher.

In diesem sich stets verändernden Umfeld spielen die Mitarbeiter*innen eine wesentliche Rolle …

Hennefeind: Ohne unsere hoch engagierten und motivierten Mitarbeiter*innen würden die Häuser zum Leben stillstehen. Daher ist es uns seit Jahrzehnten wichtig, die Menschen, die in unseren Häusern und Klubs arbeiten, bestens aus- und weiterzubilden. Neue Kolleg*innen begleiten wir oft schon vor dem ersten Tag intensiv, um sie schnellstens in unseren Alltag zu integrieren. Wir bauen unsere digitalen Lernangebote laufend aus, fördern mit MITeinander die körperliche und seelische Gesundheit.

Bluma: Und natürlich darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Unser Mitarbeiter*innenfest im Wiener Rathaus war auch im vergangenen Jahr ein voller Erfolg. Gemeinsame Events und sportliche Aktivitäten sorgen ebenfalls für Abwechslung und Motivation in einem oft sehr anstrengenden Alltag.

Spaß und Abwechslung bieten Sie ja auch ihren Bewohner*innen und Klubbesucher*innen.

Hennefeind: Die Klubs haben auch im vergangenen Jahr wieder mit Hunderten Veranstaltungen und Angeboten Tausende Menschen unterhalten oder zur Bewegung animiert. Das ist ein enorm wichtiger Beitrag gegen Vereinsamung – und damit auch gegen gesundheitliche Probleme. Es geht dabei natürlich auch, aber nicht nur, um Spaß. Menschen zusammenzuführen, sie zu beschäftigen und in Bewegung zu bringen, entlastet das System insgesamt.

Bluma: Ein Highlight in den Häusern waren im vergangenen Jahr sicher die schon traditionellen Gartenkonzerte, bei denen wir wieder viele Stars aus der Musikszene bei uns begrüßen durften. Und besonders beeindruckt hat mich der 1. Literatur-Contest der Häuser und Klubs. Klubmitglieder und Bewohner*innen reichten insgesamt mehr als 100 Texte ein und gaben einen berührenden und spannenden Einblick in ihre Leben und Gedanken. Eine Aktion, die wir heuer aufgrund des großen Erfolgs wiederholen werden.