PensionistInnenklubs für die Stadt Wien

Voller Einsatz in der Krise

„Das Angebot der Klubs war im vergangenen Jahr sehr eingeschränkt. Trotzdem haben wir uns um unsere Mitglieder gekümmert – mit Online- und Liveprogrammen, vor allem aber mit Fürsorge. Rund 5.000 Telefonate in der Woche haben unsere MitarbeiterInnen in der Zeit vom 16. März bis 2. Juni geführt, um die Menschen zu erreichen. Der Einsatz aller KollegInnen war ungewöhnlich und beeindruckend. Wir freuen uns, wenn wir wieder mit vollem Programm durchstarten dürfen.“

Mag.a Madlena Komitova | Bereichsleiterin Wiener PensionistInnenklubs

Als im Februar 2020 die Faschingspartys in den wienweit 150 Klublokalen der PensionistInnenklubs der Stadt Wien mit Konfetti, Sekt und guter Laune gefeiert wurden, dachte noch niemand an eine Krise. Einen Monat später war die Welt auch für die Tausenden Mitglieder und die rund 330 KlubbetreuerInnen eine andere. Der erste Lockdown brachte alle Aktivitäten – zumindest vorübergehend – zum Stillstand. Singen, Tanzen, Sporteln, Plaudern, Spaß haben – und vor allem die Gesellschaft Gleichgesinnter: All das war plötzlich nicht mehr möglich und hat ein großes Loch in die Freizeitgestaltung vieler Menschen gerissen.

Doch die Klubs haben rasch auf die neuen Anforderungen reagiert. Nichts tun gibt’s nicht. Viele MitarbeiterInnen aus den Klubs unterstützten ihre KollegInnen in den Häusern zum Leben in allen Arbeitsbereichen. Die Verschränkung zwischen Häusern und Klubs war intensiver als in den Jahren zuvor. In der Organisation des KWP wurden die Klubs zudem aufgewertet: Aus einer Abteilung wurde ein Bereich, womit die Klubs nun auch offiziell in der Geschäftsleitung vertreten sind. Apropos Umbau: Die Lockdowns wurden auch dazu genutzt, notwendige Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten in den Klubs vorzuziehen und während der behördlich verordneten Schließung umzusetzen. So erstrahlten viele Klubs schon nach dem ersten Lockdown in neuem Glanz.

Ganz nebenbei entwickelten die MitarbeiterInnen 2020 ein attraktives Online- und Corona-konformes Liveprogramm. Und sie suchten stets den Kontakt zu ihren BesucherInnen. In rund 5.000 Telefonaten pro Woche haben sie von Mitte März bis Anfang Juni die Menschen erreicht, geplaudert, sie nach ihrem Befinden befragt und ihnen auch im praktischen Leben mit guten Tipps, Vernetzung mit anderen Organisationen, Angeboten und Behörden geholfen. Kurz gesagt: Die KlubbetreuerInnen waren für ihre Mitglieder da.

Sehnsucht nach Kontakten
Lockdown-Erfahrungen der Mitglieder

Um zu erfahren, was den Menschen im Lockdown am meisten gefehlt hat und worauf sie sich wieder freuen, haben die Klubs von Mai bis Juni eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durchgeführt. Es waren vor allem die sozialen Kontakte, die persönlichen Treffen, die mehr als die Hälfte der 300 Befragten vermisst hatten. 21 Prozent sehnten sich nach ihren Bekannten und den Aktivitäten im Klub, nur zehn Prozent genossen die Coronabedingt verordnete Ruhe. Entsprechend groß war die Freude über die ersten Aktivitäten: Bewegung, Freunde, die Klubs – und überhaupt die Freiheit – waren jene Dinge, die ganz oben auf der Wunschliste standen. Im Dezember starteten die Klubs eine weitere Umfrage, bei der es auch darum ging, was die Menschen zum Impfen motivieren würde. Viele TeilnehmerInnen berichteten über Ängste und Unsicherheiten im Hinblick auf die Impfung und wünschten sich, dass die Klubs Teil der Impfaktion der Stadt werden, weil sie sich dort sicher und geborgen fühlen. Gewünscht wurde auch die Unterstützung durch KlubbetreuerInnen bei der Anmeldung zur Impfung und die Begleitung zum Impftermin.

Online aktiv
Mit dem Klub online in Kontakt und Bewegung bleiben

Das Ziel der Klubs hat sich auch in der Krise nicht verändert: Seniorinnen und Senioren in Wien eine gute gemeinsame Zeit zu bieten. Also gingen die Klubs online – und zwar mit einem umfangreichen Programm für alle über 60. Über die Videotelefonie-Plattform Zoom gab und gibt es Yoga-, Tanz-, Smovey- und Gymnastikeinheiten. Dazu kommen Onlinetermine für Klatsch und Tratsch, den Englischkurs und Meditation. Eine Hotline steht für alle offen, die mit technischen Problemen beim Einstieg zu kämpfen haben. Und das Beste: Dank einer Kooperation mit A1 gibt es Internet samt Leih-Tablet für Klubmitglieder um nur zehn Euro pro Monat. Später kann das Gerät überdies günstig erworben werden. 1.770 TeilnehmerInnen haben das Onlineangebot angenommen und 343 Einheiten besucht.

Programmoffensive
KlubmitarbeiterInnen sorgten für Abwechslung trotz Corona

Das Ziel der Klubs hat sich auch in der Krise nicht verändert: Seniorinnen und Senioren in Wien eine gute gemeinsame Zeit zu bieten. Also gingen die Klubs online – und zwar mit einem umfangreichen Programm für alle über 60. Über die Videotelefonie-Plattform Zoom gab und gibt es Yoga-, Tanz-, Smovey- und Gymnastikeinheiten. Dazu kommen Onlinetermine für Klatsch und Tratsch, den Englischkurs und Meditation. Eine Hotline steht für alle offen, die mit technischen Problemen beim Einstieg zu kämpfen haben. Und das Beste: Dank einer Kooperation mit A1 gibt es Internet samt Leih-Tablet für Klubmitglieder um nur zehn Euro pro Monat. Später kann das Gerät überdies günstig erworben werden. 1.770 TeilnehmerInnen haben das Onlineangebot angenommen und 343 Einheiten besucht.

Open-Air-Konzerte
Künstlerauftritte in den Gärten der Häuser zum Leben

Unter dem Motto „Wien dreht auf“ hat der Wiener Kultursommer 2020 in mehr als der Hälfte der Häuser zum Leben Station gemacht. Selbstverständlich unter Einhaltung aller COVID-19-Regeln wie Hygiene und Abstand haben Wiener KünstlerInnen in den Gärten für die BewohnerInnen aufgespielt. Begonnen hat es mit Zaunkonzerten im ersten Lockdown, wo zum Beispiel die beliebte Wienerlied Gruppe „Die Strottern“ für die BewohnerInnen im Haus Atzgersdorf musizierte. Die Bewohner-Innen lauschten von ihren Balkonen und Fenstern aus, die PassantInnen konnten den Konzerten hinterm Zaun folgen. Im Sommer folgten die Gartenkonzerte, wo vom Wienerlied über den Schlager bis hin zum Folk und zu beschwingter Tanzmusik alles dabei war, was die Laune hebt.

Bewegung und Spaß im Freien
Von Yoga bis Salsa

Nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühling hat sich auch das Klubleben langsam wieder – fast – normalisiert. Viele Veranstaltungen wurden ins Freie verlegt. Tanzen, Gymnastik und Bewegung fanden in Parks und auf Plätzen statt. Das Programm wurde mit der Polizei und den Bezirksvorstehungen abgestimmt. Und so kam es, dass zum Beispiel am Mexikoplatz plötzlich eine Gruppe von SeniorInnen auch zur Unterhaltung der PassantInnen einen Salsatanz auf den Asphalt zauberte. Hunderte Mitglieder nahmen das abwechslungsreiche Programm dankbar und mit Freude an.

Gute Unterhaltung
Highlights beim Sommerkino

Was war es für ein Glück, dass das Sommerkino auch im Jahr 2020 stattfinden konnte. Achtsam und mit genügend Abstand gab es auch heuer wieder Kino unter Sternen zu genießen. Zwischen 3. August und 7. September wurden insgesamt 14 Vorstellungen in 14 Häusern zum Leben gegeben. Natürlich ließen sich neben den BewohnerInnen auch wieder jüngere Gäste aus dem Grätzl die kostenlosen Filmklassiker nicht entgehen. Zu sehen gab es etwa „Pretty Woman“, „Frühstück bei Tiffany“, „Kalender Girls“, „Manche mögen’s heiß“ und humoristische Highlights mit Peter Alexander. All das selbstverständlich mit Abstand und genügend Hygienestationen vor Ort. Aber am wichtigsten waren trotz allem wie immer die große Leinwand, gratis Popcorn, feinstes Gebäck und kühle Getränke.

Video-Premiere
Die Klub.Singers haben ihr erstes Video präsentiert

Mit einer Weltpremiere haben sich die Klub.Singers, der Chor der Klubs, aus dem ersten Lockdown zurückgemeldet. Sie haben ihr künstlerisches Talent erstmals in einem Musikvideo zum Song „Sailing through Vienna“ von Keith Murray und Joe Canning (Afrodytease) präsentiert. Kameramann Charlie Smith hat die ProtagonistInnen quer durch Wien begleitet. Gesangstalente haben im Video genauso Platz wie diverse Wiener Sehenswürdigkeiten und die unterschiedlichsten Tanzeinlagen. Man sieht, es hat Spaß gemacht.

Preisverdächtig
Ein Effie-Award für die Casting- Kampagne zu SeniorInnen -Musical

Noch nicht auf der Bühne, aber schon mit einem wichtigen Preis ausgezeichnet: Das SeniorInnen-Musical der PensionistInnenklubs macht schon vor der Uraufführung Schlagzeilen. Beim Werbepreis „Effie“ für die besten Marketing-Kampagnen Österreichs hat das KWP gleich zwei der begehrten Preise in den Kategorien „Positive Change“ und „Soziales“ gewonnen. Mit der Casting-Kampagne wurden mehr als 600 SeniorInnen aus ganz Wien motiviert, für das Musical vorzusingen und vorzutanzen. „Hoher Mobilisierungseffekt“ und eine „tolle Idee zur Sichtbarmachung der Zielgruppe“ waren unter anderem Begründungen für die Preisverleihung. Wir gratulieren dem gesamten Musicalteam und freuen uns.

Gesund leben mit den Klubs
Gleich fünf Urkunden im Rahmen der Wiener Gesundheitsziele

Den Wienerinnen und Wienern soll es gut gehen. Im Rahmen der Wiener Gesundheitsziele sucht die Stadt Wien Projekte, die das Leben ihrer BewohnerInnen besser machen. Die PensionistInnenklubs leisten dazu wieder einen großartigen Beitrag. Gleich fünf Projekte wurden von der Stadt mit Urkunden und Dank bedacht. Wir leisten stets unser Bestes, um ein gesünderes Leben präventiv zu fördern. Die Auszeichnungen erhielten wir für die Projekte „Gesunder Klub“, „Smovey-Ausbildung“, „mit.einander Garteln“, „SeniorInnen unterwegs“ und „Aquagymnastik macht dich fit!“.

Die Klubs mit dem +
Von der Kunst bis zum Regenbogen

Wer sich vom normalen Klubangebot nicht angesprochen fühlt oder besondere Bedürfnisse bzw. Interessen hat, ist beim KLUB+ genau richtig. Die Anzahl der Klubs mit besonderen Themenschwerpunkten wuchs im vergangenen Jahr weiter. Unter dem Motto „Viel Platz für Generationen“ öffnete im Sommer 2020 zum Beispiel der KLUB+ am Hofferplatz in Ottakring. Gemeinsam mit den Kinderfreunden wurde ein Raum für Inklusion und generationenübergreifende Interaktion geschaffen – und das mit einem frisch renovierten Klublokal und einem 500 Quadratmeter großen Garten mit zahlreichen Hochbeeten. Der Kunst verschrieben hat sich der KLUB+ in der Schmidgasse in der Josefstadt. Dort ist das offene Atelier FORMAT60+ beheimatet, ein Raum für künstlerische Bildung und freies Experimentieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Papier. Unterschiedliche Kurse laden dazu ein, mit dem Werkstoff zu experimentieren.

Das beginnt beim Papierschöpfen, geht über Zeichnen, Drucken und Erstellen von Collagen und endet bei Einheiten zum Handwerk des Buchbindens. Ein neues Projekt ist der Street-Art-Workshop SILVERPIECE, bei dem die Mitglieder zur Spraydose greifen und mit KünstlerInnen der lokalen Szene das Stadtbild verändern. Weitere Angebote des KLUB+ sind der WITAF-Gehörlosenklub in der Kleinen Pfarrgasse in der Leopoldstadt und der Regenbogen.Treff in der Gumpendorferstraße in Mariahilf. Im WITAF-Klub entwickelten die Klubs gemeinsam mit dem Gehörlosenverband ein spezielles und für alle zugängliches Angebot. Ziel ist, Berührungsängste zwischen Hörenden und Gehörlosen oder Hörbeeinträchtigten abzubauen. Gemeinsame Trommelkurse, Bocciaturniere oder Spaziergänge lassen die TeilnehmerInnen zusammenwachsen. In der Gumpendorferstraße treffen sich einmal im Monat SeniorInnen und FreundInnen der LGBTIQ-Community zum Austausch mit ExpertInnen. Und neu geplant ist der KLUB+ Weitblick in der Greiseneckergasse in der Brigittenau, der gemeinsam mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs ein entsprechendes Angebot anbieten wird.

Weihnachtliches Programm
Stimmungsvoller Advent und Show-Highlight

Nachdem der Sommer für unsere Mitglieder – unter strengen Corona-Regeln wie Platzbeschränkungen, Mund Nasen-Schutz-Pflicht und Abstandhalten – wieder etwas an Normalität zurückbrachte, mussten die Klubs außerhalb der Häuser zum Leben am 3. November 2020 wieder schließen. Im Dezember folgte ein weiterer „harter“ Lockdown – also genau in jener Zeit, in der menschliche Nähe, Vorfreude auf Weihnachten und gemütliches Beisammensein besonders wichtig sind. Daher haben wir uns einiges einfallen lassen, um den Advent und Weihnachten auch in diesem schwierigen Jahr besonders zu machen. Für Menschen, die Hilfe oder einfach nur Ansprache brauchten, verstärkten wir die Aktion „Von Mensch zu Mensch“. Dabei standen telefonische und persönliche Gespräche, Rat und Tat in schwierigen Situationen und Entlastung im Alltag im Fokus. Am 24. und 25. Dezember war unsere Klub-Hotline von 10 bis 18 Uhr erreichbar. Heiligabend stand ein interaktives Weihnachtsprogramm für alle Mitglieder offen. Das reichte vom Onlineyoga über Lese- und Sing-Runden bis zur speziellen Weihnachtsgymnastik. Das fulminante Highlight folgte von 15 bis 16 Uhr: eine Weihnachtsshow mit dem uns eng verbundenen Entertainer Alfons Haider. Als besondere Aufmerksamkeit der Klubs erarbeiteten BetreuerInnen und SeniorInnen einen Aktivitätenkalender für 2021. Der wurde allen Mitgliedern – mit Hilfe von ehrenamtlich arbeitenden AsylwerberInnen – mit einer persönlichen Botschaft zugeschickt.